„Die Afghaninnen haben daran geglaubt, dass man sie diesmal nicht im Stich lassen wird“

erschienen am 7. März 2024 auf stern.de.

Auszug

In Ihrem Buch nennen Sie die Afghaninnen ein PR-Instrument des Westens. Wieso? 

Shikiba Babori: Weil sie instrumentalisiert wurden, um nach dem 11. September 2001 den Militäreinsatz zu rechtfertigen. Den man, wenn Sie sich recht erinnern, lange gar nicht Krieg nennen durfte. Die Rede war von einer Friedensmission. Die Terroristen sollten eliminiert, das Land demokratisiert und die Afghaninnen befreit werden. Mit diesen Argumenten hat auch Deutschland lange jongliert, je nachdem, was gerade gut ankam. Und besonders bei der Befreiung der Frauen waren die Menschen natürlich sofort dabei. Vor allem, wenn man dazu Bilder von Afghaninnen unter der Burka gezeigt hat, oder von afghanischen Frauen, denen eine Hand abgehackt oder deren Gesicht mit Salzsäure verätzt wurde. (…)